Life, Photography
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watch me blossom – über sich hinauswachsen & komfortzonen verlassen

Powerfrau

Das Shooting mit Sarah-Lorraine liegt schon einige Zeit zurück, dennoch erschien es mir richtig, die Fotos, die wir damals aus einer kreativen Laune heraus geschossen haben, zu diesem Thema zu veröffentlichen. Sarah steht ganz und gar für das Motto „wer nicht wagt, der nicht gewinnt“. Insgeheim habe ich diese bildschöne Frau schon vor Jahren dafür bewundert, dass sie zu keiner Gelegenheit nein sagt und neuen Erfahrungen von Anfang an positiv gegenübersteht. Und nicht umsonst hat sie es zur Miss Universe Germany geschafft. Man mag von diesen Wettbewerben halten, was man will, aber eins ist klar: wer da mitmacht, braucht eine gehörige Portion Selbstbewusstsein und darf sich nicht verstecken…

meet me at my comfortzone

Ich weiß nicht, ob es nur mir so ergeht, aber ich habe eine Reihe Freundinnen, die ich alle in einer bestimmten Sache für außerordentlich talentiert halte. Die eine ist besonders künstlerisch begabt, die nächste kann toll am Klavier komponieren und wiederum eine andere schreibt die schönsten nachdenklichen Texte und so könnte ich noch eine Weile länger aufzählen. Manche haben an ihrem Talent auch in ihrer Jugend noch gefeihlt und sich ihrer Leidenschaft zeitweise ausgiebig gewidmet, doch haben dann ihr Interesse aus den Augen verloren. Manchmal weil Zeit und Ort nicht mehr stimmten, teils aus Frustration oder Zweifeln und trotz allem auch mal weil die Muse für das Hobby immer mehr verblasste mit dem Alter bis nur noch ein Hauch einer Erinnerung übrig blieb. Ich will mich da auch gar nicht außen vor nehmen. An der Absprungkante zwischen professioneller Fotografie und Hobby habe ich mich damals auch zurückgenommen und die Investition in eine solche Zukunft nicht gewagt. Das soll auch kein Beitrag darüber werden, dass man seine Leidenschaft zum Beruf machen soll, sondern ein Gedankenanstoß, ob wir unser Potenzial ausschöpfen oder in der Komfortzone hängen bleiben: weil es einfacher ist, weil es vielleicht angesehener ist oder weil wir uns schlicht und ergreifend davor fürchten und es uns nicht zutrauen.

Alltägliche Selbstzweifel? Ich doch nicht…

Ich kann da nur für mich sprechen und daher vermuten, dass die Selbstzweifel das Feuer im Keim ersticken. „Was wenn ich nicht gut genug bin?“ , „Es gibt doch schon so viele andere, die das besser können und mehr Erfolg haben als ich“, „Was wenn ich scheitere und dem Druck nicht gewachsen bin“ – allerlei solcher Gefühle können einen da überkommen. Man will nicht bloßgestellt werden, man will sich nicht unwohl fühlen und hat Versagensängste. Und dabei meine ich nicht nur, was unsere Fähigkeiten angeht, sondern schon alltägliche Dinge. Irgendwo anrufen, Präsentationen vor versammelter Mannschaft halten, Konflikte mit dem Partner austragen…wir alle hegen und pflegen doch die ein oder andere Komfortzone in unserem Leben. Und das ist auch ok so, denn sie kann uns auch in mancher Situation beschützen und vor unangenehmen Erlebnissen bewahren, aber füttern sollten wir sie nicht.

do more of what makes you happy

Und wie stellt man das an? Sollte man wirklich zu jeder Gelegenheit „ja“ sagen oder bringt man sich damit in Schwierigkeiten? Überschätzt sich, überfordert sich und hat dann im Nachhinein Stress und Ärger am Hals. Es ist wohl ein Balanceakt zwischen Selbstentfaltung und gesundem Menschenverstand. Ich habe mich damals gegen eine berufliche Laufbahn in der Modefotografie entschieden. Schlicht und ergreifend, weil es mir keinen Spaß mehr gemacht hat meine Arbeit zu professionalisieren: Verträge aufsetzen, die Ideen anderer nur noch umsetzen anstatt meine eigenen Projekte anzugehen und keinen persönlichen Kontakt zu meinen Models zu haben. Stattdessen fotografiere ich nun nur noch für mich, aber habe wieder die volle Kontrolle darüber und kann die Shootings in die Richtung lenken, die ich für richtig halte und das alles innerhalb meiner Komfortzone. Und so sollte man das auch im Alltag regeln, ganz nach dem englischen Sprichwort, dass mir regelmäßig auf instagram über den Weg läuft: do more of what makes you happy – und damit auch: mach weniger davon, was dich immer wieder stresst, unglücklich macht oder an deinem Selbstbewusstsein kratzt. Man kann sich an Dinge gewöhnen und muss manchmal über seinen Schatten springen, aber es reicht wenn man einen Termin beim Zahnarzt übers Telefon vereinbaren kann. Wir müssen nicht alle Telefonistas werden. Es ist völlig ausreichend ein Referat an der Uni zu halten, um einen Kurs zu bestehen, aber dann suche ich mir keinen Beruf, in dem ich das täglich machen muss, wenn es mich jedes Mal in Angstschweiß versetzt. Und man muss seine Mitbewohner nicht damit konfrontieren, dass sie gefühlt auf einer Müllhalde leben, aber könnte stattdessen ganz freundlich einen neuen Putzplan vorschlagen, wenn man an Harmoniesucht leidet.

Was auch immer es ist, was einen belastet, man kann eine Komfortzone auch ausdehnen, bevor man sie verlässt und Schritt für Schritt das Territorium abtasten um zu überlegen, wo man sich niederlässt um sein Potenzial auszuschöpfen.

Liebe Grüße,
Caro

7 Kommentare

  1. Sehr schön in Worte gefasst und auch ganz wunderbar in Fotos festgehalten (und sie ist wirklich eine Schönheit!). Ich stimme dir aber zu, dass man nicht plötzlich zu allem ja sagen muss, sondern vielleicht nur ab und zu, wenn man sich sonst schnell aus Gewohnheit zu einer kleinen Ausrede hinreißen lässt, nochmal drüber nachzudenken. Babysteps verändern auch die Welt und das Bewusstsein. 🙂
    Liebste Grüße,
    Corinna
    http://www.kissenundkarma.de

  2. Hey, zuerst möchte ich dir sagen, dass die Fotos wunderschön geworden sind. Mit deinem Text, der auch sehr gut geschrieben ist, hast du wirklich Recht, denn fast jeder Mensch befindet sich in der einen oder anderen Situation mal in seiner Komfortzone und will sie nicht verlassen. Manchmal muss man sich jedoch selbst überwinden, damit man am Ende stolz auf sich seien kann und dann merkt man, dass diese Überwindung oft nicht so schlimm ist, wie man gedacht hätte. 🙂

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