Allgemein, Life, Photography
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you don’t grow from strength but through struggle


Heute melde ich mich zurück mit einer kleinen Lektüre zum Thema „Schwächenbewältigung“ und ein paar überfälligen Impressionen von Steffi. In nächster Zeit möchte ich wieder mehr ins Schreiben investieren anstatt nur noch täglich zweihundert Spam-Kommentare zu löschen. Da das nächste Semester vor der Tür steht, habe ich in letzter Zeit viel über Schwächen und der Umgang mit solchen nachgedacht. Mir macht der Druck an der Uni, gerade in einem sehr mathematischen, männlich dominierten Studiengang oft zu schaffen. Ich fühle mich schnell überfordert und neige dann dazu, Situationen zu vermeiden, in denen ich mich unwohl fühle. Wenn ich z.B. denke, dass ich für ein bestimmtes Projekt nicht gut genug programmieren kann, dann belege ich es vorsichtshalber erst gar nicht. Jedoch neigt sich auch ein Studium dem Ende zu und irgendwann muss man sich der Angst und den Zweifeln stellen und es einfach „hinter sich bringen“.

Life is tough my darling, but so are you.

Hypertrophie – Wachstum infolge erhöhter Beanspruchung

Beim Sport ist das einfach. Man gibt alles und wird für die Anstrengung belohnt. Der Muskel wächst, wenn er einem erhöhten Reiz bzw. ungewohnter Belastung ausgesetzt wird. Wir werden stärker, wenn wir unseren Körper an seine Grenzen bringen, wenn wir die Schwächen ausreizen und uns förmlich vor Augen halten: „Hier guck, nach zehn Wiederholungen macht der Bizeps schon schlapp. Da zeigst du Schwäche. Das nächste Mal geht mehr.“ Doch im Training beschäftigen wir uns fast schon voller Eifer mit unseren Schwachstellen und arbeiten daran, immer besser und leistungsfähiger zu werden. Irgendwie auch mit Erfolgsgarantie. Wir wissen, dass konstantes Training zu besserer Leistung führt, deshalb haben wir keine Zweifel daran, dass unsere Mühe sich auszahlen wird. Doch außerhalb des Fitnessraums gelten diese Gesetze gefühlt nicht. Wir versuchen unsere Schwächen zu überspielen, fühlen uns unangenehm berührt, wenn sie doch zum Vorschein kommen und denken oft, dass wir daran eh nichts ändern können. „Ich hab nun mal kein Gespür für Mathematik und Zahlen.“, „Telefonieren macht mir Angst. Allgemein mit Fremden reden, versuche ich zu vermeiden.“, „Ich bin nun mal eifersüchtig. Ich hab da meine Gründe“. Der ein oder andere Satz spukt jedem von uns durch den Kopf. Ein Gedanke, der uns vor die Wahl stellt: hinnehmen und möglichst vermeiden oder die Sache angehen und daran konsequent arbeiten.


Wäre es nicht wunderbar, wenn es für alle unsere Schwachstellen „Fitnessstudios“ gäbe, in denen man zusammenkommen kann, um stärker zu werden? In einer Umgebung, in der jeder Fortschritt gefeiert wird und Unterstützung erfährt?! Vielleicht reicht es aber auch schon sich eine Scheibe von dieser Mentalität abzuschneiden. Man wächst nicht an den Situationen, die man ohnehin gut bewältigt, aber an denen, die Überwindung kosten. Über Komfortzonen haben wir uns ja schon einmal Gedanken gemacht: erweitert die Grenzen, dehnt sie langsam aus und trainiert euch neue angenehme Komfortzonen an. Vieles kann angenehm und routiniert werden. Je öfter man mit Fremden telefonieren muss, desto trivialer wird die Angelegenheit. Das erste Referat bereitet einem immer Übelkeit, das zehnte ist dann schon mit einem Funken positiver Aufregung verbunden.

Normality is a paved road: It’s comfortable to walk, but no flowers grow.“

Schreibt euch einen Schwächen-Trainingsplan mit regelmäßigen, linear ansteigenden Übungen. So geschieht nämlich Wachstum. So wächst man über sich selbst hinaus, indem man mit kleinen Schritten vorwärts läuft – aber im Großen und Ganzen immer vorwärts – und konsequent trainiert. Regeneration ja, aber keine unnötig langen Trainingspausen. Am Ball bleiben und den Fortschritt tracken. Ich glaube man kann nahezu in Allem besser werden und an einen Punkt kommen, der einen selbst zufrieden stimmt und von dem ängstlich/ vermeidenden Verhalten Abschied nehmen lässt.

Ich hoffe ihr konntet ein wenig Inspiration und den ein oder anderen Gedankenanstoß daraus ziehen. Vermutlich sind das die letzten Shootingfotos, die ihr dieses Jahr von mir zu sehen bekommt. Ich freue mich aber nun auch sehr auf die herbstliche Zeit und habe einiges geplant.
Seid gespannt!
Eure Caro xx

2 Kommentare

  1. Danke für den ehrlichen und aufrichtigen post.
    Ich habe mich schon bei dem ersten Zitat angesprochen gefühlt.
    Da ich aktuell eine schwere Phase durchmache und krampfhaft versucht „zu wachsen“ und Stärke zu beweisen, habe ich mir sehr über deine Worte Gefreut.
    Und die Bilder dazu so wunderschön und passend!

    schau gerne auf meinem BLOG vorbei und auf INSTAGRAM

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