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you don’t grow from strength but through struggle


Heute melde ich mich zurück mit einer kleinen Lektüre zum Thema „Schwächenbewältigung“ und ein paar überfälligen Impressionen von Steffi. In nächster Zeit möchte ich wieder mehr ins Schreiben investieren anstatt nur noch täglich zweihundert Spam-Kommentare zu löschen. Da das nächste Semester vor der Tür steht, habe ich in letzter Zeit viel über Schwächen und der Umgang mit solchen nachgedacht. Mir macht der Druck an der Uni, gerade in einem sehr mathematischen, männlich dominierten Studiengang oft zu schaffen. Ich fühle mich schnell überfordert und neige dann dazu, Situationen zu vermeiden, in denen ich mich unwohl fühle. Wenn ich z.B. denke, dass ich für ein bestimmtes Projekt nicht gut genug programmieren kann, dann belege ich es vorsichtshalber erst gar nicht. Jedoch neigt sich auch ein Studium dem Ende zu und irgendwann muss man sich der Angst und den Zweifeln stellen und es einfach „hinter sich bringen“.

Life is tough my darling, but so are you.

Hypertrophie – Wachstum infolge erhöhter Beanspruchung

Beim Sport ist das einfach. Man gibt alles und wird für die Anstrengung belohnt. Der Muskel wächst, wenn er einem erhöhten Reiz bzw. ungewohnter Belastung ausgesetzt wird. Wir werden stärker, wenn wir unseren Körper an seine Grenzen bringen, wenn wir die Schwächen ausreizen und uns förmlich vor Augen halten: „Hier guck, nach zehn Wiederholungen macht der Bizeps schon schlapp. Da zeigst du Schwäche. Das nächste Mal geht mehr.“ Doch im Training beschäftigen wir uns fast schon voller Eifer mit unseren Schwachstellen und arbeiten daran, immer besser und leistungsfähiger zu werden. Irgendwie auch mit Erfolgsgarantie. Wir wissen, dass konstantes Training zu besserer Leistung führt, deshalb haben wir keine Zweifel daran, dass unsere Mühe sich auszahlen wird. Doch außerhalb des Fitnessraums gelten diese Gesetze gefühlt nicht. Wir versuchen unsere Schwächen zu überspielen, fühlen uns unangenehm berührt, wenn sie doch zum Vorschein kommen und denken oft, dass wir daran eh nichts ändern können. „Ich hab nun mal kein Gespür für Mathematik und Zahlen.“, „Telefonieren macht mir Angst. Allgemein mit Fremden reden, versuche ich zu vermeiden.“, „Ich bin nun mal eifersüchtig. Ich hab da meine Gründe“. Der ein oder andere Satz spukt jedem von uns durch den Kopf. Ein Gedanke, der uns vor die Wahl stellt: hinnehmen und möglichst vermeiden oder die Sache angehen und daran konsequent arbeiten.


Wäre es nicht wunderbar, wenn es für alle unsere Schwachstellen „Fitnessstudios“ gäbe, in denen man zusammenkommen kann, um stärker zu werden? In einer Umgebung, in der jeder Fortschritt gefeiert wird und Unterstützung erfährt?! Vielleicht reicht es aber auch schon sich eine Scheibe von dieser Mentalität abzuschneiden. Man wächst nicht an den Situationen, die man ohnehin gut bewältigt, aber an denen, die Überwindung kosten. Über Komfortzonen haben wir uns ja schon einmal Gedanken gemacht: erweitert die Grenzen, dehnt sie langsam aus und trainiert euch neue angenehme Komfortzonen an. Vieles kann angenehm und routiniert werden. Je öfter man mit Fremden telefonieren muss, desto trivialer wird die Angelegenheit. Das erste Referat bereitet einem immer Übelkeit, das zehnte ist dann schon mit einem Funken positiver Aufregung verbunden.

Normality is a paved road: It’s comfortable to walk, but no flowers grow.“

Schreibt euch einen Schwächen-Trainingsplan mit regelmäßigen, linear ansteigenden Übungen. So geschieht nämlich Wachstum. So wächst man über sich selbst hinaus, indem man mit kleinen Schritten vorwärts läuft – aber im Großen und Ganzen immer vorwärts – und konsequent trainiert. Regeneration ja, aber keine unnötig langen Trainingspausen. Am Ball bleiben und den Fortschritt tracken. Ich glaube man kann nahezu in Allem besser werden und an einen Punkt kommen, der einen selbst zufrieden stimmt und von dem ängstlich/ vermeidenden Verhalten Abschied nehmen lässt.

Ich hoffe ihr konntet ein wenig Inspiration und den ein oder anderen Gedankenanstoß daraus ziehen. Vermutlich sind das die letzten Shootingfotos, die ihr dieses Jahr von mir zu sehen bekommt. Ich freue mich aber nun auch sehr auf die herbstliche Zeit und habe einiges geplant.
Seid gespannt!
Eure Caro xx

Dem Alltag entfliehen – Wandern gehen

Jedes Semester endet mit einer langen, nervenaufreibenden Prüfungszeit. Meistens bin ich währenddessen so auf Adrenalin, dass mir gar nicht auffällt, wie erschöpft und unausgeglichen ich eigentlich bin. Erst wenn die letzte Prüfung geschrieben ist, kommt der Körper langsam zur Ruhe und fordert ein, was ihm die letzten Wochen gefehlt hat. Schlaf, die richtige Ernährung, Glücksgefühle, ruhiger Atem und entspannte Körperhaltung. Bei mir endet das meist in komatösen Nickerchens und einer gewissen Unfähigkeit seinen Alltag selbst zu organisieren. Wie ging das nochmal? Nichts zu lernen, nichts zu schreiben, nichts zu organisieren? Heimliche Googeleien von Wiki-Hows zur Freizeitgestaltung?!

Ganz fern ist man sich manchmal ganz nah

Dementsprechend froh war ich, dass eine Freundin geplant hatte, gemeinsam einen Tag nach meiner letzten Klausur an den Chiemsee zu fahren. Wandern, im See baden und ganz viel sonnen. Für mich geht es auch absolut nicht anders. Kann ich nicht weg, komm ich nicht weg – vom Stress, den Gedanken über Uni und Zukunft – und kann nicht richtig abschalten. Also machten wir uns in aller Frühe auf Richtung Berge und standen schon um kurz nach 8 Uhr an der Seilbahnwarteschlange der Kampenwand. Während der Seilbahnfahrt habe ich dann auch den Ballast der letzten Wochen abgeworfen. Einfach rausgeschmissen und oben auf dem Gipfel dann befreit von jeglichem Druck die Gegend erkundet, Kühe geflauscht, die schönsten Aussichtspunkte erklommen und den Abstand zum Alltag ganz bewusst zelebriert.

Und dann freut man sich auch wieder aufs Nachhausekommen! Abends völlig erschöpft vom wandern und baden, konnte ich es kaum erwarten wieder mit meinem Freund entspannt auf dem Sofa zu liegen und die nächsten Tage zu planen. Als hätte man einen Schalter umgelegt und wäre nun wieder fähig über seine Hobbies und Interessen nachzudenken.

Manchmal braucht es auch gar nicht der Urlaub im Süden oder die Städtereise sein. Nutzt was euch umgibt, ob Berge, Meer, Seen, Täler oder weite Landschaften. Überall gibt es etwas zu entdecken, was den Kopf frei macht und dem Alltag entfliehen lässt. Es benötigt nicht viel. Meist nur eine Portion Ideenreichtum, einen guten Freund und etwas Planung.
xx

Caro

Provence Hotspots – Travel Guide

Gepackt vom Fernweh-Fieber, blättere ich momentan oft durch unsere letzten Urlaubsalben. Dieses Jahr war bisher nur ein Kurztrip nach Frankreich (siehe hier) für uns drin und vermutlich werden wir auch nicht mehr groß wegfahren – zumindest nicht ins Ausland. Deshalb lasst uns gemeinsam Revue passieren über einen der schönsten Urlaube, die ich bisher erleben durfte. Außerdem möchte ich meine Erfahrungen über die Provence gerne teilen, da wir mehr oder weniger durch Zufall an schönen Ecken gelandet sind und ich aber selbst jeden guten Geheimtipp auf anderen Blogs über Reiseziele schätze und solche Erfahrungen gegenüber jedem Reiseführer bevorzuge. Deshalb werde ich hier auch meine Erinnerungen an die Provence und die Cote’d’Azur ins World Wide Web pflanzen – um andere Frankreichentdecker zu inspirieren.

Avignon und Aix-en-Provence

Vornweg, geplant war: Roadtrip, zelten und möglichst viel von der Provence sehen. Klar haben wir uns vorher Ziele im Internet angesehen und die ungefähre Route geplant, aber rückblickend kann ich sagen: es kommt immer anders als man denkt. Angefangen davon, dass wir die erste Nacht am Straßenrand zusammengepfercht im Kofferraum verbrachten, da wir unser erstes Ziel Avignon nicht vor Einbruch der Dunkelheit erreichen konnten. Allerdings war die Stadt am nächsten Tag definitiv die Belohnung für die lange Fahrt und die aufregende Nacht am Vortag. Avignon ist wunderschön und wer wollte nicht schon einmal von der Brücke „Sur le pont d’Avignon“ singen?! Die Innenstadt ist in jeder Hinsicht einen Besuch wert und den Papstpalast sollte man als eine der Hauptattraktionen auch nicht missachten, da man von dort aus einen herrlichen Ausblick über die Stadt hat. Wir waren nicht lange in Avignon, deshalb kann ich hier auch nicht weit ins Detail gehen, denn wir fuhren bald weiter nach Aix-en-Provence. Wohin?! Ja, ich selbst hatte zuvor keinen Schimmer, dass es Aix überhaupt gibt, aber ich bereue auf keinen Fall auch hier noch einen kleinen Zwischenstopp eingelegt zu haben. Aix ist DAS Studentenstädtchen wie aus dem Bilderbuch kopiert. Es gibt süße Läden, die Stadt blüht vor Kunstatmosphäre und man bekommt davon ein ganz authentisches Feeling im ehemaligen Atelier von Paul Cézanne (Künstler), das etwas höher gelegen, eine malerische Idylle über die Stadt vermittelt und einen so richtig im Urlaubsfeeling ankommen lässt.

Les Calanques bei Marseille und Fréjus


Ich wollte ans Meer. Also blieb uns nichts anderes übrig als auch noch bis an die Küste zu fahren und auch wenn Schwimmen echt nicht drin war, weil das ganze Meer voller glasiger Quallen wimmelte, verbrachten wir dort mit die schönsten Tage. Bei Marseille trifft man auf kalkweiße Felsen und azurblaues Wasser, das relativ kühl ist für die Jahreszeit. Man kann hier extrem viele atemberaubende Wanderungen machen – und dabei auch gehörig auf die Fresse fallen – also aufpassen, oft klettert man zwischen Gestein und Geröll hindurch um an die schönsten Buchten zu kommen, aber es lohnt sich. Wer es etwas einfacher mag, sollte sich lieber die Küste zwischen Fréjus und Cannes vornehmen. Geprägt von kupferroten Felsgebilden, Möwen und sattem Grün dazwischen, hat man es hier eher mit gemächlichen Höhen zu tun und man befindet sich recht nah an den Touristengebieten, weshalb wir es dort nicht allzu lange aushielten. Also ging es weiter – weg von den Strandurlaubern – Richtung Verdon Tal.

Gorges du Verdon

Wenn man länger bleibt als eigentlich geplant, ist das wohl das größte Kompliment, dass man als Tourist einem Ort machen kann. Das Verdon Tal war für uns so eine Liebe auf den ersten Blick. Im Kontrast zum warmen Meeresklima, überraschte uns der graue Himmel im Tal erstmal mit kalter Schulter, aber bald gewöhnten wir uns an den Temperaturwechsel und konnten uns kaum satt sehen an der Kombination aus Felsen, Schlucht, Fluss und Seen. Ein echter Mustsee-Point für alle sportbegeisterten Menschen. Klettern, wandern, Fahrrad fahren, Tretboot fahren u.s.w. – alles was das Herz begehrt. Wir entschieden uns für eine sechsstündige Wanderung durch das Tal und so abwechslungsreich mit Höhlen, Treppen, bergauf und am Wasser entlang, kam sicher keine Langeweile auf. Noch ein Vorteil: es gibt hier Zeltplätze wie Sand am Meer und das Wasser im größten See ist wärmer und badegeeigneter als im Meer!






Nationalpark Mercantour




Mit Nationalparks kann man nichts falsch machen, aber trotzdem wusste ich nicht, was mich zu erwarten hat im Mercantour Nationpark recht nah gelegen zur Grenze Italiens. Aber es passte in unsere Route und es gab online ein paar schöne Bilder, also nichts wie hin und ich kann nur sagen: absoluter Geheimtipp! Kein typisches Touri-Gebiet aber absolut filmreife Szenen aus herumlaufenden Kühen im Hochgebirge, Murmeltiere so weit das Auge reicht, Gebirgsseen in absolut malerischer Kulisse und wahnsinnige Sonnenuntergänge. Man muss hier gar nicht wirklich planen, was man machen möchte, weil man nahezu automatisch auf all die schönen Dinge stößt. Alles in allem ein krönender Abschluss zu einem Urlaub, der so vielseitig und abwechslungsreich war. Die Kombi hat all meine Verlangen gestillt: nach Meer, nach Wärme, nach Gebirgen, Seen und Wäldern, Abenteuer, beeindruckende Szenen, Kultur, Städtetrip und französische Landstraßen. Was will man eigentlich mehr?

Ich hoffe ich konnte den ein oder anderen zu einem Provence-Urlaub inspirieren,
xx Caro

Ps: Die meisten Fotos habe ich meinem Freund zu verdanken!

sunshine, baby – übers draußen sein!

Mein letzter Beitrag liegt nun schon ein paar Wochen zurück. Gerade steckt mir einfach der Kopf zwischen Lehrbüchern und Abgaben fest, sodass mir wenig Muse fürs schreiben bleibt. Prüfungszeit ist ein Belastungstest der ganz besonderen Art: es gibt keine Regeln für die Vorbereitung, nur das Durchkommen zählt. Da ich auch zu der Sorte „chronisch unmotiviert“ gehöre, brauche ich neben Disziplin und Ehrgeiz auch eine gehörige Portion kreativer Pausen zum abschalten, ablenken und erfrischen. Deshalb verbringe ich diese Zeit am liebsten in der Natur. Nichts befreit den Geist so effektiv wie die Kombination aus Sonne, Sauerstoff und grenzenlosen Weiten.

Letzte Woche schnappten Leon und ich uns also unsere Fahrräder und Picknicktaschen und radelten damit Richtung Wiesen und Wälder (da wo man noch Luft atmen kann, die nach Feld und blühenden Gräsern riecht). Wir bauten dort unser Picknick auf und genossen die ersten Sonnenstrahlen des Tages auf unserer – bzw. meiner – noch recht blassen Haut. Mit frischem Ciabatta, Orangensaft, Kaffee aus der Thermoskanne, Höhlenkäse und Croissants im Gepäck fürs Frühstück ließen wir dort ein paar Stunden unsere Seele baumeln und machten eine Reihe Fotos, die ihr hier sehen könnt. Nichts ist anregender als den Tag im Freien zu beginnen. Ob nun auf dem Fahrrad, beim joggen oder eben einfach picknicken, danach ist man erstmal hellwach und glücklich. Doch viel mehr will ich diesmal auch gar nicht sagen, sondern überlasse den Bildern die Worte.






Das Outfit ist zusammengestöpselt aus: Sonnenbrille – H&M, Bluse – H&M, Rock – Esprit, Schuhe – Zara

Noch eine schöne Juli-Restwoche,
eure Caro

watch me blossom – über sich hinauswachsen & komfortzonen verlassen

Powerfrau

Das Shooting mit Sarah-Lorraine liegt schon einige Zeit zurück, dennoch erschien es mir richtig, die Fotos, die wir damals aus einer kreativen Laune heraus geschossen haben, zu diesem Thema zu veröffentlichen. Sarah steht ganz und gar für das Motto „wer nicht wagt, der nicht gewinnt“. Insgeheim habe ich diese bildschöne Frau schon vor Jahren dafür bewundert, dass sie zu keiner Gelegenheit nein sagt und neuen Erfahrungen von Anfang an positiv gegenübersteht. Und nicht umsonst hat sie es zur Miss Universe Germany geschafft. Man mag von diesen Wettbewerben halten, was man will, aber eins ist klar: wer da mitmacht, braucht eine gehörige Portion Selbstbewusstsein und darf sich nicht verstecken…

meet me at my comfortzone

Ich weiß nicht, ob es nur mir so ergeht, aber ich habe eine Reihe Freundinnen, die ich alle in einer bestimmten Sache für außerordentlich talentiert halte. Die eine ist besonders künstlerisch begabt, die nächste kann toll am Klavier komponieren und wiederum eine andere schreibt die schönsten nachdenklichen Texte und so könnte ich noch eine Weile länger aufzählen. Manche haben an ihrem Talent auch in ihrer Jugend noch gefeihlt und sich ihrer Leidenschaft zeitweise ausgiebig gewidmet, doch haben dann ihr Interesse aus den Augen verloren. Manchmal weil Zeit und Ort nicht mehr stimmten, teils aus Frustration oder Zweifeln und trotz allem auch mal weil die Muse für das Hobby immer mehr verblasste mit dem Alter bis nur noch ein Hauch einer Erinnerung übrig blieb. Ich will mich da auch gar nicht außen vor nehmen. An der Absprungkante zwischen professioneller Fotografie und Hobby habe ich mich damals auch zurückgenommen und die Investition in eine solche Zukunft nicht gewagt. Das soll auch kein Beitrag darüber werden, dass man seine Leidenschaft zum Beruf machen soll, sondern ein Gedankenanstoß, ob wir unser Potenzial ausschöpfen oder in der Komfortzone hängen bleiben: weil es einfacher ist, weil es vielleicht angesehener ist oder weil wir uns schlicht und ergreifend davor fürchten und es uns nicht zutrauen.

Alltägliche Selbstzweifel? Ich doch nicht…

Ich kann da nur für mich sprechen und daher vermuten, dass die Selbstzweifel das Feuer im Keim ersticken. „Was wenn ich nicht gut genug bin?“ , „Es gibt doch schon so viele andere, die das besser können und mehr Erfolg haben als ich“, „Was wenn ich scheitere und dem Druck nicht gewachsen bin“ – allerlei solcher Gefühle können einen da überkommen. Man will nicht bloßgestellt werden, man will sich nicht unwohl fühlen und hat Versagensängste. Und dabei meine ich nicht nur, was unsere Fähigkeiten angeht, sondern schon alltägliche Dinge. Irgendwo anrufen, Präsentationen vor versammelter Mannschaft halten, Konflikte mit dem Partner austragen…wir alle hegen und pflegen doch die ein oder andere Komfortzone in unserem Leben. Und das ist auch ok so, denn sie kann uns auch in mancher Situation beschützen und vor unangenehmen Erlebnissen bewahren, aber füttern sollten wir sie nicht.

do more of what makes you happy

Und wie stellt man das an? Sollte man wirklich zu jeder Gelegenheit „ja“ sagen oder bringt man sich damit in Schwierigkeiten? Überschätzt sich, überfordert sich und hat dann im Nachhinein Stress und Ärger am Hals. Es ist wohl ein Balanceakt zwischen Selbstentfaltung und gesundem Menschenverstand. Ich habe mich damals gegen eine berufliche Laufbahn in der Modefotografie entschieden. Schlicht und ergreifend, weil es mir keinen Spaß mehr gemacht hat meine Arbeit zu professionalisieren: Verträge aufsetzen, die Ideen anderer nur noch umsetzen anstatt meine eigenen Projekte anzugehen und keinen persönlichen Kontakt zu meinen Models zu haben. Stattdessen fotografiere ich nun nur noch für mich, aber habe wieder die volle Kontrolle darüber und kann die Shootings in die Richtung lenken, die ich für richtig halte und das alles innerhalb meiner Komfortzone. Und so sollte man das auch im Alltag regeln, ganz nach dem englischen Sprichwort, dass mir regelmäßig auf instagram über den Weg läuft: do more of what makes you happy – und damit auch: mach weniger davon, was dich immer wieder stresst, unglücklich macht oder an deinem Selbstbewusstsein kratzt. Man kann sich an Dinge gewöhnen und muss manchmal über seinen Schatten springen, aber es reicht wenn man einen Termin beim Zahnarzt übers Telefon vereinbaren kann. Wir müssen nicht alle Telefonistas werden. Es ist völlig ausreichend ein Referat an der Uni zu halten, um einen Kurs zu bestehen, aber dann suche ich mir keinen Beruf, in dem ich das täglich machen muss, wenn es mich jedes Mal in Angstschweiß versetzt. Und man muss seine Mitbewohner nicht damit konfrontieren, dass sie gefühlt auf einer Müllhalde leben, aber könnte stattdessen ganz freundlich einen neuen Putzplan vorschlagen, wenn man an Harmoniesucht leidet.

Was auch immer es ist, was einen belastet, man kann eine Komfortzone auch ausdehnen, bevor man sie verlässt und Schritt für Schritt das Territorium abtasten um zu überlegen, wo man sich niederlässt um sein Potenzial auszuschöpfen.

Liebe Grüße,
Caro

Je t’aime Paris – Paris Travel Guide

Paris ist eine der schönsten Städte, die ich bisher besuchen durfte. Leon und ich waren im Frühjar ein paar Tage dort und wollten gezielt ein paar weniger touristische Ecken der Stadt erkunden und ein Stückchen tiefer in das Pariser Flair eintauchen. Neben vielen Fotos entstanden dabei vor allem eine Menge Eindrücke, wie es sich in Paris so leben lässt. Ich möchte bewusst nicht über die Hauptattraktionen von Paris schreiben, die jeder mit wenigen Klicks im Internet finden kann, sondern über die Impressionen, über die man stolpern muss, um sie zu finden. (Der Eiffelturm und die Pariser Innenstadt vom Montparnasse Tower aus.)

Übernachten & Essen

Leon und ich haben uns über airbnb eine hübsche Zwei-Zimmer-Wohnung mittem im Herzen von Paris ausgesucht. Ich kann jedem empfehlen nicht im Hotel zu übernachten, sondern sich für ein paar Tage eine echte, authentische Pariser Wohnung zu buchen. Man findet hier in allen Preislagen etwas, wir hatten sehr viel Glück mit der Lage und dem Zustand der Wohnung. Auf der anderen Straßenseite der Wohnung gab es eine kleine Bäckerei namens La Fille du Boulanger. Ich glaube wir holten uns dort fast ausnahmslos jeden Morgen frische Croissants, Baguette und ab und an gefüllte Macarons und Törtchen. Französisches Frühstück ist wohl mit Abstand das, was ich am meisten vermisse seitdem. Allgemein war ich überrascht wie viele interessante Cafés und Bäckereien es in Paris gibt und wie preiswert doch auch viele sind entgegen der üblichen Erwartungen. Wir probierten uns viel durch, stoppten mal hie mal da um etwas zu kosten und kauften gerne nachmittags in der Markthalle für das Abendessen ein. Besonders angetan war ich von dem kleinen, fröhlichen Café Le Peloton. Bester Kakao umgeben von hippen Kunstwerken mit Fahrrädern drauf. In der einen Ecke quasselte eine Französin geschäftig mit New Yorker Business über Skype, an der Bar chillten ein paar jüngere und ältere Stammgäste.




Die Menschen

Paris ist bunt und expressionistisch. Hier muss man schon eine besonders außergewöhnliche Persönlichkeit entfalten um nicht in der Masse unterzugehen. Aber genau das mag ich an Paris, hier beobachte ich gerne Leute, weil sie alle so eigen und speziell sind. Mit Pariser Luft geschliffen und doch so unterschiedliche Charaktere. Gefundenes Futter für Street Photographen.

Unterwegs

Die Metro ist in Paris natürlich ein beliebtes Fortbewegungsmittel, aber gerade zu Stoßzeiten auch unglaublich voll und stickig. Wir entschlossen uns daher mit dem Fahrrad weitgehend die Stadt zu erkunden. Dazu miete man sich eins der öffentlichen Fahrräder, die wirklich an jeder Ecke in Paris zu finden sind. Damit darf man dann ungefähr eine halbe Stunde fahren und muss das Fahrrad dann an einer anderen Station wieder abgeben (und ggf. ein neues mitnehmen). Das Angebot kostet etwas über einen Euro pro Tag und hat so einwandfrei für uns funktioniert (abgesehen von den rücksichtslosen Pariser Autofahrern), dass ich es wirklich weiterempfehlen möchte. Man kann dadurch so viel sehen, ist günstig und sportlich unterwegs und ich finde, dass man auch zügiger vorankommt als mit den anderen Verkehrsmitteln. Wir konnten so recht zügig die beliebten Sightseeing-Plätze wie z.B. das Riesenrad abfahren und hatten noch genügend Zeit für die etwas versteckteren Plätze 😉

Grafitti und verlassene Bahngleise

Zwei Begriffe, die man sich vor der Paris-Reise auf einen Zettel schreiben sollte, sind Promenade Plantée und La Petite Ceinture. Spazieren durch wunderschön bepflanzte Wege mitten in Paris oder die verlassenen Bahngleise und Grafitti im 15. Arrondisement der Stadt erkunden. Beides definitiv ein Erlebnis wert, da man hier ein wenig Verschnaufspause vom Touri-Trubel bekommt. Man kann dort schöne Fotos machen, was snacken, gedankenverloren herumwandern und Einheimische beobachten. Erstmal muss man aber den Eingang finden – und dann wird man belohnt.



Paris hat wirklich mein Herz erobert, diesmal nicht nur meine Reiseneugier geweckt, sondern mir auch einen Eindruck vom Leben in Paris vermittelt. Fünf Tage lang konnten wir dieses Pariser Ambiente und das Gefühl dazuzugehören genießen, dann ging es zurück nach Hause – mit eingeschlagener Autoscheibe. Man kann eben nicht nur von den künstlerischen Möglichkeiten der Stadt träumen ohne die Ecken und Kanten einer Großstadt zu sehen. Trotzdem freue ich mich auf die nächste Paris-Reise, aber dann ohne Auto, definitiv.

Geschrieben: Caro

Fotografiert von: Caro & Leon

when the roots are deep, there’s no reason to fear the wind





Smultronställe – das ist die schwedische Bezeichnung für einen Lieblingsort, ein idyllisches Plätzchen, das man nur für sich hat. Ein Ort, an dem man über alles in Ruhe nachdenken kann, der einen glücklich macht und Rückzugsmöglichkeiten bietet.Ich finde – auch jede gute Beziehung braucht so einen Ort. Klar kann man auch zuhause zusammen die Seele baumeln lassen, aber ich persönlich kann in der Natur besser meine Energien auftanken und brauche ab und zu auch einen Tapetenwechsel.

Schon vor längerer Zeit zeigte mir Leon die Tongrube in einem der umliegenden Dörfer. Hier darf Natur noch Natur sein und mir als Dorfkind gibt das unheimlich viel, einen Ort zu haben an dem die Zeit scheinbar stehen bleibt und der Trubel der Stadt so fern wirkt. Ich kann dann stundenlang in die Prärie starren, ohne mich zu langweilen, ich denke dann viel nach oder auch mal an gar nichts und beobachte die kleinen Veränderungen um mich herum. Wie die langen Schilfrohrhalme im Wind tanzen, Ameisen geschäftig um die Picknickdecke herumlaufen und die Sonne langsam hinter den Hügeln verschwindet.

Wenn wir also gemeinsam abschalten wollen und das Wetter es zulässt, fahren wir am liebsten an diesen wunderschönen Ort. Dann liegen wir in der Sonne, machen Fotos, lesen ein Buch, reden oder erkunden die Gegend. Das letzte Mal haben wir uns Klamotten aus dem H&M geschnappt, sind mit dem Roller zur Tongrube gedüst und haben stundenlang Bilder gemacht. Irgendwann wurde es dann zu dunkel und kalt, aber solche Tage wirken wie Wellness auf mich. Danach kann ich gut und tief schlafen.

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I was a daisy fresh girl now look what you’ve done to me

Model: Marie-Sophie
Styling: Jaclyn Bethany
MUA: Steffi Bauer
Dressed by Audrey Grace Boutique New York
Featured by Ballad Of Magazine

Marie, Steffi und ich – das war das Dreamteam für die größeren Shootingprojekte. In einer Kollaboration mit Stylistin und Boutique-Chefin Jaclyn Bethany aus New York stellte ich ein Shooting auf die Beine, dass ein wenig derber, cooler als meine bisherigen Arbeiten wirken sollte. Ich bekam vier coole Outfits von Jaclyn geschickt und kombinierte sie gemeinsam mit Steffi mit eigenen Accessoires. Das Shooting selbst lief absolut entspannt ab und ich war sehr zufrieden mit den Ergebnissen, die auch im Ballad Of Magazine gefeatured wurden.

Die Planung hingegen war katastrophal. Die Kleider kamen zu spät an, hingen im Zoll fest und die Modelagenturen sagten mir permanent ab bis ich mir Marie als Model schnappte und die Sache selbst in die Hand nahm. Von anderen abhängig zu sein nimmt einem manchmal den Spaß an der Fotografie. Ich glaube da spreche ich für viele Fotografen – zumindest aus der Modebranche. Aber wenn das Shooting zustandekommt, dann sind es die schönsten Erinnerungen.

I desire the things which will destroy me in the end

 

Model: Linda-Marie
Linda ist eigentlich Schauspielerin. Aufmerksam wurde ich über eine Modelkartei auf sie und da jemand der gut schauspielern kann vermutlich auch überzeugend eine Geschichte in unbewegten Bildern zum Ausdruck bringen kann, wollte ich unbedingt mit ihr zusammenarbeiten. Unser Shootingthema orientierte sich an Tschaikowski’s Schwanensee. Linda sollte das Bild mit Melancholie und Nachdenklichkeit füllen, ein Kontrastprogramm zu meinen sonst sehr leichtfüßigen heiteren Shootings. Doch sie machte das so gut, dass ich fast alle Bilder von dem Tag verwenden konnte und die Qual der Wahl hatte, welche am schönsten sind. Im Nachhinein ärgere ich mich, dass ich technisch gesehen noch grün hinter den Ohren war und meine Kamera und Bildbearbeitung noch nicht in ihrer Qualität ausreizen konnte, aber jeder muss sich erst entwickeln und bekanntlich wächst man ja an seinen Aufgaben.

Je vois la vie en rose

Models: Marlen-Sophie und Marie-Sophie
MUA: Kathrin R.
Sponsor: WITTL Konditorei Neumarkt i.d.Opf.
Location: Schönblick Hotel Höhenberg

Eines meiner absoluten Lieblingsshootings war bisher das Doll’s House Projekt mit Marie und Marlen als Models. Vielleicht weil ich damals ziemlich stolz auf mich war, dass ich es komplett alleine auf die Beine stellte. Ich organisierte ein Hotelzimmer mit einer tollen, passenden Inneneinrichtung und bekam Kuchen und kleine Süßigkeiten von der Konditorei Wittl gesponsert. Es war außerdem das erste Shooting, welches ich mit einer professionellen Visagistin absolvierte und ich muss sagen: man sieht den Unterschied absolut!

Der Tag war perfekt durchgeplant: erst holte Marlen mich und Marie mit ihrem Auto ab, dann besorgten wir die Gebäcke, fuhren zum Hotel und trafen da Kathrin unsere Make-up Artistin. Abgesehen davon, dass uns die Putzfrau ziemlich bald los werden wollte – was wir gekonnt ignorierten – war ich sehr zufrieden mit meinen ersten Indoor-Versuchen. Jetzt sehe ich das zwar etwas anders bzw. würde vieles anders angehen und auf gewisse Dinge besser achten wie Kleidungsstücke, die am Bildrand liegen etc. Dennoch erinnere ich mich gerne an den Tag zurück, da so vieles berücksichtigt werden musste, ich so viele Looks shooten wollte und alles in Allem reibungslos ablief.