Überforderung – nicht verzweifeln, Lösung finden!

Überfordert? Ich auch.

Der Titel klingt ein wenig nach Fernsehwerbung schon klar, schoss mir aber heute morgen beim üblichen Warten auf den Zug durch den Kopf und wurde deshalb von meinem inneren Entscheidungsassistenten durchgewinkt. Effiziente Zeitnutzung nenne ich das – zufällige Gedankengänge für eine höhere Bestimmung nutzen.

Als ich heute um fünf Uhr morgens mit dem Rad in aller Dunkelheit losfuhr und mir die ersten coolen Kids vom Feiern entgegenkamen, bin ich in eine grübelnde Phase verfallen. Da war es stockfinster, ich hatte ein Referat zu halten und zu allem Überfluss war auch noch Samstag und trotzdem freute ich mich auf die Uni.

Blockseminar – gefürchtete Dauerschleife von studentischen Vorträgen, mal mehr mal weniger ansprechend gestaltet an unpassenden Tagen.

Aber anstatt zu jammern, ging es mir richtig gut. Man lernt immerhin neue Leute kennen, manchmal auch spannende Themen, fühlt sich gut wenn man ein tolles Referat gehalten hat und so richtig produktiv, da man ja stundenlang in der Uni sitzt. Vor ein paar Wochen wäre das nicht denkbar gewesen. Ich war notorisch nervös, hatte Horrorszenarien im Kopf und wollte nicht mehr einen Fuß in die Uni setzen. Projekte überforderten mich, programmieren war ätzend, Kommilitonen entweder einschüchternd, weil sie so viel konnten oder unkooperativ und faul und meine Selbstachtung am Boden. Warum tue ich mich so schwer? Will ich das überhaupt noch oder kann ich das Studium denn bewältigen? All das geisterte durch meinen Kopf bis ich schließlich anfing zu hyperventilieren. Panikattacke! Na toll. Ständig. Mal im Supermarkt, mal zuhause eingekuschelt auf dem Sofa. Am schlimmsten dann allerdings, direkt vor meinem Professor. Ich konnte nicht mehr, ich hatte Angst weiter zu machen und Panik davor aufzuhören. Sackgasse, und nun?!

Wenn man verzweifelt ist, dann helfen auch alle guten, beruhigenden Worte nicht mehr. Freunde, Mama, Kommilitonen, alle sagen “du schaffst das”, aber du weißt es besser: so gehts nicht weiter. Meine Mama hat mal gesagt, dass ich ein gutes Bauchgefühl habe. Wenn was nicht stimmt, dann geht es mir schlecht und dann rebelliere ich innerlich dagegen an. Doch was hilft dann?

Den inneren Konflikt aufräumen! So undurchdringlich wie er scheint, es ist die einzige Lösung.

Wer so weiter macht wie bisher, riskiert nur noch schlimmer in die Abwärtsspirale zu rutschen und irgendwann keine Wahl mehr zu haben. Aber der Luxus unserer Zeit besteht darin, eine Wahl zu haben und die habe ich vor ein paar Wochen getroffen: ich belege ein Seminar weniger und ziehe dafür meine anderen Kurse konsequent durch. Ich versuche das Studium zu packen und seitdem geht es mir aufstrebend besser. Ich kann mich auf die einzelnen Seminare wesentlich mehr konzentrieren, habe mehr Zeit zur Verfügung und schicksalshaft hat sich auch alles andere zum Positiven gewendet: die Dozenten sind mit meiner Leistung zufrieden, die Zusammenarbeit funktioniert, ich habe Spaß und allem voran – die Panik ist weg. Heute Nacht zum ersten Mal kein Angstschweiß, keine unruhigen Beine und kein pulsierender Herzschlag. Ich bin wieder ich und darauf auch stolz. Mein Studium hatte zuvor meine Persönlichkeit zu sehr eingenommen, ich dachte meine Leistung sei nicht vorzeigbar, zweifelte an all meinen Talenten und Entscheidungen und wollte das Studium nahezu abbrechen. Doch ich ahnte, dass auch dies mich nicht glücklich machen würde und weglaufen vor Problemen ist selten die optimale Lösung, denn irgendwann holen sie einen doch wieder ein…

Meine Tipps für euch komprimiert:

1. Hört auf euer Bauchgefühl und nehmt eure Gefühle immer ernst – es gibt einen Grund, warum etwas nicht stimmt

2. Freunde sagen immer, dass alles gut wird, aber auch wenn euch das nicht tröstet, haben sie manchmal einen objektiven Blick auf die Sache oder bringen euch auf neue Ideen, deshalb lehnt nicht jeden Rat ab

3. Nur ihr selbst könnt euch helfen – Verantwortung übernehmen und selbst die Initiative ergreifen, von alleine wird es nicht einfacher werden, überlegt euch Alternativen

4. Alternativen sind IMMER die Lösung, denn so wie es jetzt ist, scheint es ja nicht zu funktionieren, also ist immer der erste Schritt etwas in eurem Leben zu verändern

5. Mit kleinen Dingen anfangen: ich wollte nicht gleich mein Studium hinschmeißen, deshalb beginnt mit der kleinsten Veränderung, die ihr euch vorstellen könnt und arbeitet euch so lange vor bis ihr die Veränderung zu spüren bekommt

6. Lösungen gibt es immer, aber manchmal fällt es einem schwer sie zu greifen oder zu formulieren: schreibt sie auf, lasst euch inspieren (Ted Talks!), malt ein Bild, macht eine Mindmap, schreibt einen Song oder redet mit anderen Menschen, um zu brainstormen

7. Es wird wieder besser, auch schwere Zeiten haben ein Ende und mit den Tipps hoffentlich schneller als erhofft.

Eure Caro

Krafttraining
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5/3/1 Training Frauen
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Trainingsplan für Frauen um schnell Kraft und Muskeln aufzubauen. Inspiriert von Jim Wendler 5/3/1.
Überfordert, panisch, verzweifelt? Wie ich aus der Abwärtsspirale ausbrach um Lösungen zu finden und wieder glücklich zu werden
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1 Kommentar

  1. 28. Januar 2018 / 15:00

    Ich finde es richtig toll, dass du auf dich gehört hast, nicht in die “opferrolle” gefallen bist, sondern dein Leben selbst in die Hand genommen hast. Schöne Tipps!

    Liebste Grüße,
    Alina von Selfboost

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